Einen Lernplan beurteilen wir bei Zulassungscoach nicht danach, wie voll der Kalender ist, sondern danach, ob deine Arbeit zu überprüfbaren Ergebnissen führt. Für das HSG-Assessmentjahr verbinden wir deshalb drei Ebenen: den offiziellen Semesterkalender, die Anforderungen deiner Veranstaltungen und realistische Arbeitsfenster in deiner Woche. Unsere anpassbare Vorlage zeigt dir nicht nur, wann du lernst, sondern was du in einer Sitzung erreichen willst. Die Lernmethoden sind unsere redaktionellen Empfehlungen, keine offizielle Stundenpflicht und keine Bestehensgarantie.
Beginne mit den aktuellen HSG-Semesterdaten und ergänze anschließend die konkreten Termine aus deinen Kurs- und Prüfungsinformationen. Der Kalender des Zulassungstests ist dafür nicht geeignet: Das Assessmentjahr ist bereits Teil des Studiums.
Einen Kalender für alle verbindlichen Termine verwenden
Trage Vorlesungen, Prüfungen, Abgaben, Sprachleistungen, Gruppenbesprechungen und administrative Fristen in einen Gesamtplan ein. Nutze Kategorien oder Farben sparsam. Die Zuordnung soll dir helfen, unterschiedliche Verpflichtungen zu erkennen, ohne dass du mehr Zeit mit Gestaltung als mit Planung verbringst.
Die HSG nennt für das Herbstsemester 2026 eine Vorlesungszeit vom 14. September bis 18. Dezember. Die zentralen Prüfungen liegen im veröffentlichten Zeitfenster vom 18. Januar bis 20. Februar 2027. Für das Frühjahrssemester 2027 sind Vorlesungen vom 22. Februar bis 28. Mai und zentrale Prüfungen vom 21. Juni bis 23. Juli angegeben. Das sind Zeitfenster, keine persönlichen Prüfungstermine.
Ergänze bei einem Termin immer seine Quelle. Wenn du später eine abweichende Information erhältst, kannst du prüfen, ob dein Kalendereintrag aus einem offiziellen Prüfungsplan oder aus einer vorläufigen Gruppenabsprache stammt. Kennzeichne vorläufige Einträge entsprechend.
Von Veranstaltungen zu konkreten Arbeitsaufgaben kommen
Ein Stundenplan bildet hauptsächlich feste Termine ab. Selbststudium entsteht dadurch noch nicht automatisch. Lege deshalb für jeden Kurs fest, welche Arbeit regelmäßig zwischen den Veranstaltungen anfällt.
| Arbeitsform | Mögliche Aufgabe | Sichtbares Ergebnis |
|---|---|---|
| Rechenfach | Drei ausgewählte Aufgaben eigenständig lösen | Lösungswege mit markierten Unsicherheiten |
| Textarbeit | Einen Abschnitt anhand einer Leitfrage lesen | Kurze Argumentübersicht mit Seitenangaben |
| Sprache | Einen Inhalt erklären und schriftlich zusammenfassen | Aufnahme oder eigener Kurztext |
| Schreibprojekt | Fragestellung und Belege verbinden | Überarbeitete Gliederung oder Absatz |
| Gruppenarbeit | Offene Entscheidungen klären | Protokoll mit Verantwortlichkeiten |
Verwende konkrete Verben. „VWL machen“ lässt offen, ob du liest, rechnest oder eine Frage klärst. „Ein Modell ohne Unterlagen erklären und eine veränderte Annahme durchspielen“ macht den Fortschritt überprüfbar.
Die HSG beschreibt das Assessmentjahr als Verbindung von Kontakt- und Selbststudium. Welche Aufgaben und Prüfungsformen in einem konkreten Kurs gelten, steht in dessen verbindlichen Unterlagen.
Eine Woche erst mit festen Verpflichtungen füllen
Beginne mit Vorlesungen, Arbeit, Wegen und privaten Verpflichtungen, die nicht frei verschiebbar sind. Plane anschließend Pausen und notwendige Alltagsaufgaben ein. Erst die verbleibenden Zeitfenster stehen für selbst organisierte Lernarbeit zur Verfügung.
Unterscheide kurze und längere Fenster. Zwanzig Minuten zwischen zwei Terminen können für eine kleine Wiederholung oder das Sortieren offener Fragen reichen. Eine anspruchsvolle Herleitung oder die Überarbeitung einer Argumentation braucht möglicherweise mehr zusammenhängende Zeit. Nicht jedes freie Feld im Kalender ist für jede Aufgabe gleich geeignet.
Schätze außerdem den Einstieg mit ein. Wenn Unterlagen ungeordnet sind und du erst eine passende Aufgabe suchen musst, wird eine kurze Sitzung schnell vollständig dafür verbraucht. Lege deshalb am Ende einer Arbeitseinheit den nächsten sinnvollen Schritt fest.
Eine anpassbare Wochenvorlage
Unsere Wochenvorlage gibt dir einen Rhythmus statt einer pauschalen täglichen Stundenmenge. Passe ihn an deinen tatsächlichen Stundenplan an und prüfe mit der letzten Spalte, was aus der jeweiligen Arbeit entstanden ist.
| Zeitpunkt | Schwerpunkt | Kontrollfrage am Ende |
|---|---|---|
| Wochenbeginn | Termine und wichtigste Ergebnisse festlegen | Welche drei Ergebnisse sind diese Woche besonders wichtig? |
| Nach einer neuen Veranstaltung | Begriffe ordnen und eine Anwendung versuchen | Was kann ich bereits selbst erklären? |
| Ein längeres Arbeitsfenster | Schwierige Aufgaben oder Textentwurf | Wo liegt mein letzter sicherer Schritt? |
| Gemeinsamer Termin | Projekt oder gegenseitige Erklärung | Wer übernimmt welchen nächsten Schritt? |
| Später in der Woche | Ältere und neue Themen mischen | Kann ich das Verfahren selbst auswählen? |
| Wochenende oder anderer ruhiger Zeitpunkt | Plan prüfen und kommende Woche vorbereiten | Was muss angepasst oder geklärt werden? |
Diese Struktur ist ein Vorschlag. Wenn dein Plan nur an einem ideal störungsfreien Tag funktionieren würde, ist er zu eng. Halte etwas Reserve für Aufgaben frei, deren Aufwand du anfangs noch nicht zuverlässig einschätzen kannst.
Rückwärts von einer Abgabe planen
Bei einer schriftlichen Arbeit beginnst du mit dem Endtermin und gehst gedanklich rückwärts. Vor der Abgabe brauchst du Zeit zur formalen Prüfung. Davor muss ein vollständiger Entwurf vorliegen. Vor dem Entwurf müssen Frage, Material und Argumentation ausreichend geklärt sein.
Ein eigenes Beispiel: Für eine Abgabe in vier Wochen könntest du in Woche eins die Frage eingrenzen und geeignete Quellen prüfen. In Woche zwei entwickelst du eine Gliederung mit Belegen. In Woche drei entsteht ein vollständiger Rohtext. Woche vier dient dem inhaltlichen und formalen Überarbeiten. Das ist eine Planungsvorlage, keine Vorgabe für einen bestimmten HSG-Kurs.
Wenn eine Gruppe beteiligt ist, vereinbare einen gemeinsamen internen Termin vor der eigentlichen Abgabe. Einzelteile müssen zusammengeführt und auf Widersprüche geprüft werden. „Jeder liefert am Vorabend“ lässt dafür wenig Raum.
Die Nachbereitung klein genug beginnen
Eine häufige Planungsfalle ist der Anspruch, nach jeder Veranstaltung sofort eine perfekte vollständige Zusammenfassung zu erstellen. Wenn dieser Anspruch zu groß ist, bleibt die Nachbereitung liegen. Beginne stattdessen mit einer knappen Diagnose.
Notiere drei Kernbegriffe, ein eigenes Beispiel und eine offene Frage. Versuche anschließend eine passende Aufgabe ohne Vorlage. Erst danach entscheidest du, welche ausführlichere Bearbeitung nötig ist. So investierst du Zeit dort, wo tatsächlich eine Lücke sichtbar wird.
Eine Musterlösung sollte dir beim Prüfen helfen, nicht dauerhaft den eigenen Ansatz ersetzen. Wenn du nach kurzem Nachsehen weiterarbeitest, markiere die Stelle. Am nächsten Tag kannst du genau diesen Übergang erneut ohne Hilfe versuchen.
Wiederholung über das Semester verteilen
Wähle regelmäßig einige ältere Themen aus und mische sie mit neuen Aufgaben. Der Zweck ist, die Auswahl des passenden Verfahrens zu üben. In einer Reihe gleichartiger Aufgaben ist der Ansatz oft schon durch die Reihenfolge vorgegeben.
Führe eine kleine Liste mit Themen, die noch nicht stabil sind. Verwende konkrete Beschreibungen: „Ich verwechsle bei Prozentaufgaben den Ausgangswert“ ist besser als „Mathe schlecht“. Zu jeder Lücke gehört eine passende nächste Handlung, beispielsweise zwei Aufgaben mit unterschiedlichen Bezugsgrößen.
Prüfe nach einer Wiederholung, ob du das Problem wirklich selbst lösen kannst. Das bloße Gefühl, eine Lösung wiederzuerkennen, ist als Fortschrittsmaß ungenau. Eine kurze eigenständige Erklärung oder Rechnung liefert dir eine klarere Rückmeldung.
Prüfungsphasen früh vorbereiten
Erstelle einige Wochen vor einer konkreten Prüfung eine Übersicht der geforderten Inhalte und Arbeitsformen. Verwende dafür die aktuellen Kurs- und Prüfungsmerkblätter. Die HSG erklärt, dass diese Angaben verbindlich sind.
Sortiere die Inhalte in drei Gruppen: sicher anwendbar, teilweise sicher und noch offen. Beginne die Vorbereitung nicht ausschließlich mit den angenehmen Themen. Plane gezielte Sitzungen für die offenen Bereiche und gemischte Durchgänge, um die vorhandenen Kenntnisse zu erhalten.
Übe unter Bedingungen, die zur tatsächlichen Prüfungsform passen. Für eine mündliche Leistung solltest du sprechen und Rückfragen beantworten. Für eine schriftliche Rechenprüfung solltest du Lösungswege eigenständig aufbauen. Für eine Hausarbeit brauchst du Quellenarbeit und Überarbeitung. Eine einzige Lernmethode passt nicht gleichermaßen zu allen Formaten.
Rückstand bearbeiten, ohne jeden Tag neu zu überladen
Wenn Aufgaben liegen bleiben, verteile sie nicht einfach zusätzlich auf bereits volle Tage. Prüfe zuerst, was tatsächlich noch erforderlich ist. Manche Aufgabe kann gekürzt, anders bearbeitet oder mit einer anderen verbunden werden. Andere ist eine verbindliche Leistung und muss prioritär organisiert werden.
Für diese Auswahl empfehlen wir dir drei Fragen: Hat die Aufgabe eine nahe verbindliche Frist? Ist sie Voraussetzung für weitere Arbeit? Ist die beobachtete Lücke fachlich zentral? Je mehr Fragen du mit Ja beantwortest, desto eher gehört sie in ein größeres Arbeitsfenster.
Reserviere anschließend einen realistischen Aufholblock und reduziere andere freiwillige Vorhaben. Wenn du den Rückstand nur in Gedanken „irgendwie zusätzlich“ erledigen willst, verändert sich der Plan nicht.
Gruppentermine als Arbeitszeit behandeln
Eine Lerngruppe braucht einen klaren Auftrag. Legt vor dem Treffen fest, welche Fragen oder Aufgaben ihr gemeinsam bearbeiten wollt. Eine Person kann einen Ansatz erklären, eine andere eine Gegenfrage stellen und eine dritte die Begründung prüfen. Wechselt diese Rollen.
Beendet das Treffen mit einem kurzen Ergebnis: Was ist geklärt? Was bleibt offen? Wer sucht welche Information? Ohne diesen Abschluss kann eine lange Besprechung das Gefühl von Produktivität erzeugen, obwohl die nächsten Schritte unklar bleiben.
Behalte daneben eigene Arbeitszeit. Du musst erkennen können, welche Inhalte du ohne die Erklärung anderer Personen beherrschst. Die Gruppe unterstützt deine Vorbereitung, ersetzt aber nicht die individuelle Rückmeldung.
Den Wochenplan anhand von Ergebnissen auswerten
Schreibe am Ende der Woche nicht nur auf, wie viele Stunden du gearbeitet hast. Notiere zwei konkrete Ergebnisse und eine weiterhin offene Schwierigkeit. Beispielsweise: „Ich kann den Ansatz des Modells selbst erklären; die gemischten Aufgaben zu zwei Variablen bleiben unsicher.“ Daraus ergibt sich eine sinnvolle nächste Aufgabe.
Wenn eine Sitzung wenig gebracht hat, prüfe ihre Gestaltung. War das Ziel zu groß, fehlte eine Voraussetzung oder wurde zu häufig zwischen Materialien gewechselt? Eine kleine Veränderung der Aufgabe kann hilfreicher sein als die pauschale Forderung nach mehr Disziplin. Halte die Auswertung kurz, damit sie den nächsten Arbeitszyklus vorbereitet und nicht selbst zum umfangreichen Projekt wird.
Früh erkennen, wann Unterstützung nötig ist
Überarbeite deinen Plan, wenn dieselben Aufgaben wiederholt verschoben werden, grundlegende Fragen über Wochen offen bleiben oder du Pflichttermine nicht mehr überblickst. Beschreibe zunächst die konkrete Schwierigkeit. So kannst du entscheiden, ob eine fachliche Rückfrage, organisatorische Beratung oder eine andere Unterstützung passend ist.
Die HSG nennt für bestimmte besondere Situationen Möglichkeiten einer individuellen Erstreckung und empfiehlt frühzeitige Beratung beim Dean’s Advisory Office. Solche formalen Fragen solltest du separat klären; ein eigener veränderter Kalender ersetzt keine erforderliche Genehmigung.
Überprüfe den Plan einmal pro Woche kurz und sachlich. Entscheidend ist nicht, ob du jeden ursprünglichen Block eingehalten hast, sondern ob die wichtigen Ergebnisse entstehen und du auf neue Informationen reagierst. Verbinde den Plan mit deinem Leistungsstand und den besonderen Anforderungen des Kontextstudiums.
Mit unseren Ratgebern geben wir dir Orientierung für den Weg von der Bewerbung ins Studium. Unsere Vorbereitungsangebote für den HSG-Zulassungstest richten sich an Bewerbende vor dem Auswahlverfahren; sie sind kein Vorbereitungskurs auf Prüfungen im Assessmentjahr.



