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Assessmentjahr

Nach dem HSG-Assessmentjahr: Bachelor-Major wählen und Übergang planen

Welcher Major passt zu den Fragen, mit denen du dich im Studium beschäftigen möchtest? Unsere Vergleichshilfe verbindet fachliches Interesse mit den Voraussetzungen der Programme. Wir zeigen dir, wie du Pflichtinhalte, Methoden und mögliche Auflagen einordnest. Informatik behandeln wir gesondert; die offiziellen Programmseiten belegen die jeweiligen Angaben.

Studierende tauschen sich bei Kaffee über ihre Studienwahl aus.

Nach dem HSG-Assessmentjahr konkretisierst du deinen Studienweg durch die Wahl des Bachelor-Majors. Wir von Zulassungscoach empfehlen dir, diese Wahl an konkreten Studieninhalten statt an Prestige oder Schlagwörtern auszurichten. Dafür führen wir dich durch drei Fragen: Welche Voraussetzungen sind erfüllt, welche fachlichen Fragen interessieren dich und wie passt das Curriculum zu deiner Arbeitsweise? Die erste Studienentscheidung ist eine wichtige Grundlage, aber nicht die vollständige Antwort auf deinen weiteren Weg.

Die HSG beschreibt den Übergang in den Assessment-FAQ. Dabei werden die Voraussetzungen der einzelnen Majors und mögliche Auflagen bei einem Wechsel ausdrücklich vorbehalten. Informatik benötigt eine gesonderte Betrachtung und wird nicht einfach in dieselbe Übergangslogik eingeordnet.

Erst den formalen Ausgangspunkt klären

Prüfe deinen offiziellen Leistungsstand einschließlich aller erforderlichen Nachweise. Die HSG nennt den erfolgreichen Abschluss des Assessmentjahres einschließlich Buchhaltung als Voraussetzung für die definitive Zulassung zum Major; die Einschreibung erfolgt in der dafür vorgesehenen Phase über Compass.

Für deine Planung sind deshalb drei Statusangaben hilfreich: bereits bestätigt, noch offen und individuell zu klären. Ein ausstehendes Prüfungsergebnis gehört zur zweiten Gruppe. Die Frage, welche Ergänzungsleistungen bei einem Richtungswechsel erforderlich sind, gehört zur dritten.

Vermische beides nicht mit deiner fachlichen Präferenz. Du kannst einen Major interessant finden und zugleich noch eine formale Voraussetzung klären müssen. Umgekehrt macht eine erfüllte Voraussetzung ein Programm nicht automatisch zur besten persönlichen Wahl.

Die fünf Studienwege zunächst nach ihrer Perspektive vergleichen

In der folgenden Übersicht verbinden wir die Ausrichtung der offiziellen Programme mit konkreten Fragen für deine Entscheidung. Die rechte Spalte ist unsere Orientierungshilfe, kein Eignungstest und keine Berufszusage. Nutze sie, um zunächst zwei oder drei Programme für einen genaueren Vergleich auszuwählen.

MajorFachliche OrientierungFrage für deine Entscheidung
BWLBetriebswirtschaftliche Entscheidungen mit methodischen, wirtschaftlichen und rechtlichen BezügenWelche Entscheidungen innerhalb von Organisationen möchte ich genauer untersuchen?
VWLÖkonomische Zusammenhänge, Modelle und DatenanalyseMöchte ich wirtschaftliche Mechanismen mit analytischen Methoden erklären?
International AffairsVerbindung von Politik, Wirtschaft und RechtInteressieren mich internationale Zusammenhänge und die Wechselwirkungen von Staaten und Märkten?
RechtswissenschaftJuristische Analyse und verschiedene RechtsgebieteMöchte ich rechtliche Fragen systematisch prüfen und begründen?
Rechtswissenschaft mit WirtschaftswissenschaftenVerbindung rechtlicher, ökonomischer und digitaler PerspektivenReizt mich die Arbeit an Schnittstellen dieser Disziplinen?

Die Beschreibungen stützen sich auf die offiziellen Seiten zu BWL, VWL, International Affairs, Rechtswissenschaft und Law and Economics.

BWL und VWL anhand der Arbeitsfragen unterscheiden

BWL und VWL können ähnliche Gegenstände aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Ein Unternehmen spielt beispielsweise in beiden Bereichen eine Rolle. Die Frage, wie es eine bestimmte Aktivität organisiert, unterscheidet sich jedoch von der Frage, welche Anreize seine Entscheidung beeinflussen und welche Wirkungen daraus im Markt entstehen.

Prüfe deshalb nicht nur, ob dich „Wirtschaft“ interessiert. Schau dir an, welche Pflichtfächer und Methoden du im jeweiligen Curriculum regelmäßig bearbeiten würdest. Die BWL-Seite nennt beispielsweise Managementbereiche und methodische Kompetenzen; die VWL-Seite betont unter anderem Mikro-/Makroökonomik, mathematische Werkzeuge und Datenarbeit.

Für deinen Vergleich schlagen wir eine kleine Übung vor: Wähle eine wirtschaftliche Nachricht und formuliere zwei Fragen dazu. Eine könnte die Entscheidung einer Organisation betreffen, die andere einen gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang. Bei welcher Frage möchtest du tiefer einsteigen? Welche Methoden wärst du bereit, dafür zu lernen? Das ist ein konkreterer Ausgangspunkt als eine Rangfolge nach vermeintlichem Prestige.

International Affairs über die Verbindung der Disziplinen verstehen

Der Major International Affairs kombiniert nach seiner offiziellen Beschreibung Politikwissenschaft, VWL, BWL und Recht.

Wenn dich ein internationales Thema interessiert, frage dich, ob du auch seine unterschiedlichen Analyseebenen bearbeiten möchtest. Ein Konflikt zwischen Staaten kann politische Institutionen, ökonomische Interessen und rechtliche Rahmenbedingungen zugleich berühren. Interesse an aktuellen Nachrichten ist ein guter Anfang; im Studium kommt die Bereitschaft hinzu, Begriffe, Methoden und Belege genauer zu prüfen.

Für deinen Vergleich kannst du ein Thema auswählen und notieren, welche Fragen du ohne zusätzliche Fachkenntnisse noch nicht beantworten kannst. Diese Lücken sind kein Gegenargument zum Studiengang. Sie zeigen, welche Kompetenzen du entwickeln möchtest.

Rechtswissenschaft und BLE sorgfältig auseinanderhalten

BLaw und BLE teilen rechtliche Inhalte, setzen aber unterschiedliche Akzente. Die offiziellen Seiten beschreiben für BLaw eine breite juristische Ausbildung und für BLE eine integrative Verbindung mit Wirtschaftswissenschaften und Informatikwissen. Beide Programme werden auf den verlinkten Übersichten als deutschsprachig beschrieben.

Prüfe bei einem konkreten Berufsziel sämtliche weiteren Qualifikationsschritte gesondert. Ein Studiengangstitel allein beantwortet nicht die Voraussetzungen eines späteren reglementierten Berufs. Aus der Übersicht lässt sich deshalb weder ein direkter Berufszugang noch eine bestimmte Karriere ableiten.

Für BLE nennt die Curriculumseite im zugrunde gelegten Quellenstand außerdem die wirtschaftswissenschaftliche Assessmentrichtung mit Mathematik. Gleichzeitig enthält sie ältere Beschreibungen des Assessmentjahres. Wenn du aus einer anderen Richtung oder unter O26 wechseln möchtest, lass die konkrete Zuordnung und mögliche Auflagen bestätigen.

Informatik ist ein eigener Studienweg

Die HSG-FAQ ordnet den Informatik-Major dem bestandenen Assessmentjahr in Informatik zu. Ein gewöhnlicher Richtungswechsel innerhalb des wirtschafts-, rechts- und politikwissenschaftlichen Assessmentbereichs lässt sich daher nicht unverändert auf Informatik übertragen.

Wenn Informatik für dich relevant wird, öffne das offizielle BCS-Programm und kläre deinen Zugang individuell. Prüfe Inhalte und Voraussetzungen, statt allein von einzelnen Informatikveranstaltungen in einem anderen Major auf Gleichwertigkeit zu schließen. Ein Kurs in einer Nachbardisziplin und ein vollständiger Studiengang sind unterschiedliche Umfänge.

Eine Entscheidungsmatrix mit tatsächlichen Beobachtungen füllen

Reduziere die Auswahl zunächst auf zwei oder drei ernsthafte Optionen. Lege für jede dieselben Kriterien an: Pflichtinhalte, Methoden, Sprache, mögliche Auflagen und persönliche Motivation. Schreibe zu jeder Bewertung einen Beleg aus deiner Erfahrung oder aus dem Curriculum.

Ein fiktives Beispiel: Du findest internationale Politik spannend, hast im Assessment aber besonders gern quantitative Zusammenhänge bearbeitet. Statt daraus vorschnell einen Widerspruch abzuleiten, vergleichst du die Pflichtinhalte und Wahlmöglichkeiten zweier Programme. Vielleicht interessiert dich vor allem ein ökonomischer Zugang zu internationalen Fragen. Vielleicht möchtest du mehrere Disziplinen stärker verbinden. Die Entscheidung wird klarer, wenn du die konkrete Tätigkeit benennst.

Vermeide eine Punktesumme, die wichtige Voraussetzungen verdeckt. Eine unerfüllte Zugangsvoraussetzung lässt sich nicht durch zusätzliche Punkte für Interesse ausgleichen. Führe formale Bedingungen deshalb getrennt von persönlichen Präferenzen.

Wechsel und zusätzliche Leistungen früh prüfen

Die HSG beschreibt Studienrichtungswechsel als grundsätzlich möglich, verweist aber auf Bedingungen und gegebenenfalls nachzuholende Leistungen. Eine pauschale Aussage „Wechsel ist problemlos“ wäre deshalb ungenau.

Frage bei der Beratung nach einer konkreten Zuordnung: Welche Leistungen fehlen? Wann werden sie angeboten? Müssen sie vor dem Übergang oder in einer bestimmten Frist erbracht werden? Welche Folgen ergeben sich für deine Planung? Eine allgemeine Liste aus einem älteren Jahrgang beantwortet diese Fragen nicht zuverlässig.

Halte bestätigte Informationen schriftlich fest. Wenn mehrere Entscheidungen voneinander abhängen, beispielsweise ein Wechsel und die Wahl bestimmter Kurse, kläre zuerst die Voraussetzung. Sonst planst du womöglich auf Grundlage einer noch ungeprüften Annahme.

Die Einschreibung nicht mit der Entscheidung verwechseln

Eine fachliche Entscheidung muss anschließend in die vorgesehenen administrativen Schritte übersetzt werden. Prüfe die aktuelle Semestereinschreibephase, den Status deiner Leistungen und die Mitteilungen zum Major. Die HSG nennt Compass als Plattform für die Einschreibung.

Trage die dazugehörige Frist in deinen Gesamtplan ein und kontrolliere später, ob die gewünschte Einschreibung bestätigt wurde. Bewahre die Rückmeldung zusammen mit den Informationen zu möglichen Auflagen auf. So bleibt nachvollziehbar, welche Studienplanung du tatsächlich umsetzen kannst.

Die weiteren Schritte zur Plattformorganisation erklärt unser Beitrag Immatrikulation, Compass und Kurswahl. Wenn dein Leistungsstand noch offen ist, beginne mit Credits und Bestehensbedingungen.

Drei konkrete Kursbeschreibungen statt vieler Schlagwörter lesen

Wähle aus jedem enger betrachteten Major einige verpflichtende Veranstaltungen und lies ihre aktuellen Beschreibungen. Notiere Lernziele, verwendete Methoden und vorgesehene Arbeitsformen. Dadurch entsteht ein Bild davon, was du tatsächlich regelmäßig tun würdest. Ein einzelner besonders attraktiver Wahlkurs sollte nicht die Wahrnehmung des gesamten Pflichtprogramms bestimmen.

Vergleiche die Programme dabei mit denselben Fragen. Wenn du beim einen ausschließlich Karrieretexte und beim anderen nur anspruchsvolle Pflichtinhalte liest, entsteht kein fairer Vergleich. Stelle jeweils Inhalte, Methoden, Wahlmöglichkeiten und formale Voraussetzungen nebeneinander.

Achte auch auf deine Reaktion auf Schwierigkeiten. Interesse zeigt sich nicht nur daran, dass etwas sofort leicht fällt. Vielleicht musst du bei einem Thema intensiv nachdenken und möchtest trotzdem verstehen, wie die Lösung entsteht. Diese Beobachtung kann für deine Studienwahl aussagekräftiger sein als ein kurzfristig bequemes Fach.

Gespräche mit Studierenden sinnvoll einordnen

Erfahrungen anderer Studierender können dir helfen, Fragen zu entwickeln. Bitte dabei um konkrete Beispiele: Welche Arbeitsformen kommen häufig vor? Was wurde im eigenen Einstieg unterschätzt? Welche Voraussetzungen haben beim Lernen geholfen? Solche Beschreibungen sind informativer als eine allgemeine Aussage, ein Major sei besonders leicht oder besonders angesehen.

Kennzeichne aber die Grenzen dieser Informationen. Erfahrungen hängen vom Jahrgang, gewählten Kursen, Vorwissen und persönlichen Interessen ab. Eine Person kann ihren eigenen Studienalltag zuverlässig beschreiben, ohne alle aktuellen Zulassungs- oder Wechselregeln zu kennen.

Nutze das Gespräch deshalb als Ergänzung zu offiziellen Quellen. Wenn daraus eine wichtige formale Behauptung entsteht, prüfe sie anschließend bei der zuständigen Stelle. So kannst du praktische Eindrücke berücksichtigen, ohne eine persönliche Erfahrung mit einer allgemeinen Regel zu verwechseln.

Ein sinnvoller Abschluss deiner Auswahl

Formuliere deine Entscheidung in drei Sätzen: Welche Fragen möchtest du vertiefen? Welche Arbeitsformen passen dazu? Welche formalen Schritte sind noch nötig? Wenn einer dieser Sätze unklar bleibt, hast du einen konkreten nächsten Recherchepunkt.

Du brauchst keine vollständig festgelegte berufliche Zukunft, um einen begründeten Major zu wählen. Wichtig ist eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Inhalt, Arbeitsweise und Voraussetzungen. Die Erfahrungen aus dem Assessmentjahr sind dafür eine wertvolle Grundlage, wenn du sie anhand konkreter Aufgaben statt nur anhand einer einzelnen Note auswertest.

Mit diesem Beitrag geben wir dir eine Entscheidungshilfe für die Studienorientierung. Unsere Zulassungstest-Angebote sind keine Vorbereitung auf Major- oder Assessment-Prüfungen.

Mit unseren Ratgebern geben wir dir Orientierung für den Weg von der Bewerbung ins Studium. Unsere Vorbereitungsangebote für den HSG-Zulassungstest richten sich an Bewerbende vor dem Auswahlverfahren; sie sind kein Vorbereitungskurs auf Prüfungen im Assessmentjahr.